Tipps von Kili-Experte Rudi Stangl
Besteigen Sie den Kilimandscharo

Kilimandscharo – was ich unbedingt wissen sollte!

Vom Kilimandscharo (5.895 m) träumen sehr viele  BergsteigerInnen.

Kili-Experte Rudi Stangl der seit mehr als 25 Jahren am Kili unterwegs ist und bereits über 130mal den Kilimandscharo bestiegen hat, er gibt Dir wertvolle Tipps damit die Tour zum höchsten Punkt von Afrika auch wirklich funktioniert, wobei mehr als 96% all seiner Teilnehmer/Innen den "Echten" Kilimandscharo-Gipfel erreichten! 

1. Welche Fitness muss ich für den Kilimandscharo mitbringen?

Wichtig ist es eine gute Grundkondition zu haben, jeder der zirka 1 Stunde gemütlich durchlaufen kann oder mit einem leichten Rucksack in den Alpen 6 bis 7 Stunden wandern geht ist „Kili-Fit“  aber natürlich muß man Gesund und etwas Berg & Wanderlustig sein,  um erfolgreich am Kibo sein zu können. Der Kilimandscharo/Kibo immerhin 5.895 Meter hoch, erfordert bei den meisten Haupt-Aufstiegsrouten keine alpinistischen Fähigkeiten. Als Gutes Kili-Training würde ich Laufen, Walking, Radfahren und Bergwandern empfehlen. Wobei ein Ausdauertraining 3 bis 5 mal pro Woche sicherlich optimal ist.

Je nach ausgewählter Aufstiegsroute ist man 5 bis 7 Tage vereinzelt sogar 8 Tage lang zwischen 5 und 6 Stunden meist auf relativ gut ausgebauten Wandertrails unterwegs. Am Gipfeltag wird es aber schon etwas anstrengender, dieser dauert immerhin 12 bis 14 Stunden bis man beim Nachtlagerplatz angekommen ist.

2. Besteige ich den Kilimandscharo auf einer Zelt oder Hütten-Route?

Die Routenwahl ist ein nicht unwichtiger Punkt. Es gibt 5 Aufstiege die für die BergsteigerInnen freigegeben sind. Die Marangu-Route zählt zu den komfortablen Touren, weil man in kleinen 4er od. 6er Hütten nächtigen kann.  Die populärste ist im Moment mit Sicherheit die Machame-Route hier wird in Zelten genächtigt, leider wird diese Route überall sehr stark beworben und deshalb ist sie auch extrem stark frequentiert besonders in der Hauptsaison. Die Rongai-Tour (Start nahe Kenia) würde ich nicht mehr empfehlen, da dieser Tour gerade zu Beginn landschaftlich sehr stark gelitten hat und es nahezu keinen Bergurwald mehr gibt. Landschaftlich reizvoll sind auch Lemosho/Shira, etwas nordwestlicher als Machame-Route gelegen und natürlich die Umbwe-Route mit relativ einsamen Aufstiegweg , spektakulärer Grat und steil, etwas für Berggeher, auf alle Fälle stellt die Umbwe-Route aber für Bergerfahrene keine Probleme dar. Wichtig zu wissen ist auch das bei der Gipfel-Etappe alle Zelt-Routen den gleichen Anstieg zum Gipfel (mit Voranmeldung beim Nationalpark ist der Gipfelgang über die Western Breach Route möglich) nehmen (bis auf Marangu u. Rongai-Route) müssen, der Abstieg führt nach dem Gipfelgang über die Mweka-Route bis zum Gate hinunter. Die Entscheidung auf welcher Route man eine Kilimandscharo-Besteigung durchführt, sollte man wirklich genau durchdenken. Es ist vor allem von Wichtigkeit sich selbst richtig einzuschätzen, da eine Zelt-Tour schon etwas mehr von einem abverlangt als der Aufstieg mit etwas mehr Komfort in 4er od. 6er Hütten.

Man sagt ja auch, lieber auf der geraden Matratze in der Hütte schlecht geschlafen, als auf der schiefen Unterlage im Zelt gar nicht geschlafen!

3. Darf ich den Kili alleine besteigen??

Solo-Touren sind am Kilimandscharo nicht erlaubt. Es muss immer ein Tanapa (Tanzania National Park) geprüfter Kilimandscharo-Guide mit dabei sein. Je nach Gruppengröße wandern immer ein oder auch mehrere Guides direkt mit den Kilimandscharo-BesteigernInnen, da sie den Kibo meist schon sehr oft bestiegen haben, können sie den Kiligehern auch die lokale Tierwelt und Pflanzenwelt ganz gut erklären. Wer keine Bergträger benötigt, kann aber seine Ausrüstung selbst tragen. Aber ohne offiziellen Giude geht die Besteigung nicht.

4. Welche Ausrüstung wird benötigt?

Für den Kilimandscharo reicht eine Hochtourenausrüstung wie für unsere Alpen. Obwohl der Kilimandscharo nur ca. 350 km vom Äquator entfernt liegt, kann es ab einer Höhe von 3500m schon ziemlich kalt werden. Gerade die Aufstiegstage über 4.000 Meter sind von Temperaturen um den Gefrierpunkt und darunter geprägt. Deshalb immer lange warme Unterwäsche, eine gute Bergjacke, dicke Handschuhe  und auch eine leichte Daunen od. Primaloftjacke einpacken (Link zur  Ausrüstung). Der Mumienschlafsack sollte einen Komfortbereich von mindestens minus 5 Grad haben, weil in der Nacht im Zelt oder aber auch in den Hütten es durchaus leichte Minusgrade haben kann.

Als Schuhwerk reichen gute Trekkingschuhe die eine angenehme Passform haben, da man kaum im schweren Felsgelände unterwegs ist. Wichtig ist die Schuhe sollten nicht zu eng sein. Auch ein Regenschutz (Poncho) gehört unbedingt in den Tagesrucksack. Zur Kilimandscharo Ausrüstungsliste

5. Essen und Trinken am Berg?

Bei der Kili-Tour bekommt man bis zu dreimal täglich frisch zubereitetes Essen aus Kartoffel, Reis, Nudeln auch immer Gemüse und etwas Fleisch und Obst ist dabei. Auf Wunsch wird sogar vegetarisch gekocht. Für alle die gerne zwischendurch auch gerne etwas essen wollen, würden sich Müsliriegel, die man aber von daheim mitnimmt ganz gut eignen. Vor allem für den langen Gipfelgang sind diese Energieriegel wichtig. Magenprobleme durch die Kost am Berg kommen eigentlich fast nicht vor, weil die Gerichte wirklich zum größten Teil frisch zubereitet werden. Das Trinkwasser kommt aus naheliegenden Bergquellen und wird auch vorab abgekocht. Wer nicht immer nur abgekochtes Wasser trinken will, sollte zur Sicherheit Entkeimungstabletten dazu geben bevor es getrunken wird.

6. Das Problem Höhe?

Nicht jeder reagiert gleich in großen Höhen. In der Höhe sinkt der Luftdruck und unser Körper muss mehr Energie aufbringen, um ausreichend Sauerstoff aufzunehmen.  Die Atmung wird schneller, auch unser Herz schlägt etwas schneller und das Kreislaufsystem wird etwas mehr belastet. Deshalb ist es sehr, sehr wichtig dem Körper eine gute Anpassung an die Höhe zu ermöglichen. Bei einer guten Akklimatisierung kann man Kopfschmerzen, Erbrechen oder Magenprobleme fast ausschließen. Um Komplikationen wie Lungen- oder Hirnödem zu vermeiden, ist es eben ganz wichtig mindestens 1 oder 2 Akklimatisierungstage mit einer Aufstiegshöhe von nur 500 Höhenmeter bei der Besteigung des Kilimandscharo einzuplanen oder sogar eine vorab Akklimatisierung ( Mt. Meru, Mt. Kenia oder die Druckkammer daheim) zu machen. Wichtig ist auch  „Pole, Pole“ also sehr langsam unterwegs zu sein.

Ein guter Berg-Guide wird von Beginn an immer Frontmann sein und das richtige Gehtempo wählen, damit man sich in der Höhe nicht zu sehr verausgabt. Gerade alle die sehr fit sind neigen dazu immer etwas zu schnell unterwegs zu sein. Die Langsamkeit ist von besonderer Wichtigkeit um am Ende ganz oben zu stehen!

7. Gipfeltag

Je nach Route sind für die letzten 1.100 Höhenmeter oder auch mehr bis zum Gipfel. Auf alle Fälle heißt es durchhalten und durchbeißen! Ganz wichtig ist ein guter Geh-und Atemrhythmus. Aufbruch ist meist um Mitternacht mit Stirnlampen bei kaum mehr als minus 2 Grad. Der Gipfelgang ist mit Sicherheit kein Kindergeburtstag der Aufstieg  ist anstrengend und dauert viele Stunden. Erst meist nach 6 Stunden ist der Kraterrand erreicht und die Belohnung dafür ist der unvergessliche Sonnenaufgang am Kraterrand beim Gillman's Point oder Stella Point. Ist man dort angelangt und fühlt sich noch stark genug sind es noch immer über 100 Höhenmeter zum Uhuru Peak, die in etwas mehr als 1 Stunde je nach Route zu schaffen sind, bis man am höchsten Punkt des Kilimandscharo den Uhuru-Peak in 5895m angekommen ist. Dafür gibt es die Belohnung, für sich selbst wirklich etwas ganz besonderes geschafft zu haben!  

8. Welche Impfungen brauche ich?

Für die Reise nach Tansania ist ein Impfschutz gegen Gelbfieber empfohlen oder sogar vorgeschrieben (bei Einreise aus einem anderen afrikanischen Land), auch über Hepatitis A und B sollte nachgedacht werden. Nicht zu vergessen ist Malaria, diese kann und wird durch Mückenstiche bis zu einer Höhe von fast 1800 Meter übertragen. Ein guter Schutz ist durch Malarone-Tabletten möglich. Bevor man nach Afrika reist, sollte aber immer ein persönliches Arztgespräch geführt werden um sich vor möglichen Krankheiten besser zu Informieren und zu schützen. Wichtig ist auf jeden Fall, tritt vor Ort plötzlich hohes Fieber auf, sollte man immer einen Arzt aufsuchen, auch noch Wochen nach der Tour/Reise gilt das gleiche.

9. Kilimandscharo-Besteigung, mit welchen kosten muss ich rechnen?

Ab ca. 2.300 Euro geht es los, wobei es auch manchmal sogar noch billiger zu finden ist, aber dann wird die Kili-Tour zur Speedtour und dies würde ich nur Top-BerggehernInnen empfehlen. Besser einen Tag mehr am Berg als einen zu wenig!  Also mit ca. 2600 bis 2900 Euro pro Person für eine Individuelle Tour  – samt Flug, Permit, Transfers und Vollpension am Berg sollte man rechnen, was viele Kilimandscharo BesteigerInnen nicht wissen ist das alleine nur die Kilimandscharo-Parkgebühren für eine 6 Tages Besteigung pro Person an die 800 Euro kosten, plus dazu kommt dann noch Guide, Koch und Trägermanschaft. Auch am Ende der Kili-Tour sollte wirklich jeder TeilnehmerIn ein Trinkgeld von mindestens 110 Euro (je nach Tour/Tourtage und Teilnehmerzahl) oder auch mehr einplanen. Nicht zu vergessen sind auch die Kosten für das Visum von 50 US$, dass Visa kann auch Online beantragt werden. Link: Tanzania Online Visa . Umso kürzer die Kilimandscharotour umso eher sinken die Gipfelchancen, um erfolgreich am Kilimandscharo zu sein. Optimal sind auch zwei Wochen- Programme in Kombination mit Safari und oder indischer Ozean, diese kosten zwar um die 4.000 Euro oder mehr, aber es zahlt sich aus, Afrika so zu erleben, mit all seiner Schönheit und all seinen Kontrasten.

Mittlerweile darf man auch als MountainbikerIn mit dem Bike über die Kilema-Strasse bis Horombo/Kibo-Camp auf den Kibo-Gipfel wobei das MTB die letzten 1200 Höhenmeter zum Summit wohl getragen werden muß und mit dem Gleitschirm vom Gipfel wieder runter, natürlich zahlt man dafür Extra-Gebühren für den Gleitschirmflug vom Gipfel 500 Dollar, für die Biketour pro Tag 50 Dollar extra. Wer eine Broadcast-Videokamera oder einen Drohnenflug am Kili machen will, muß auch mit Extrakosten rechnen und zwar mit 100 Dollar extra pro Tag.

10. Wie und wo kann ich die Kilimandscharo-Reise buchen?

Der Kilimandscharo ist weltweit sehr gefragt und wird von hunderten Reisebüros und Veranstaltern angeboten. Deshalb lohnt es sich die Angebote genau anzusehen, durchzulesen und zu vergleichen, wie lange ist die Kili-Bergtour und welche Leistungen sind denn wirklich enthalten. Gerade im Internet gibt es ein sehr umfangreiches Kilimandscharo-Angebot für den Vergleich, ob Zelt oder Hüttentrekking bis hin zur Krater-Tour, alles wird geboten. Wobei mit Sicherheit viele sehr gute Anbieter dabei sind, die Dir eine gute oder sogar perfekte Tour bieten werden, es bleibt einem immer die Wahl der Qual, verlasse dich nach dem durchstöbern der Angebote am besten auf dein Bauchgefühl, dann liegst du meist auch schon richtig!

Rudi Stangl/Kiliman Rudi (selbst über 130mal am Kili) und sein Partner Jacob Zurl bieten mehrmals im Jahr  Touren auf den Kilimandscharo an und würden sich sicher sehr freuen, wenn sie Dich auf den höchsten Punkt von Afrika bringen dürfen! Info unter: http://www.kilimanjaro.at

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei ihrem Projekt "Kilimandscharo"

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